Eine Pause für den Winter

Jahr für Jahr schimpften die Menschen auf den Winter. Zu grau sei er, zu kalt, zu lang.
So beschloss der Winter, einfach ein Jahr Urlaub zu machen. Der Herbst könnte ja einen Teil übernehmen und dann der Frühling etwas früher beginnen. Sicher würden die Menschen dann aufatmen und fröhlich sein.

Gesagt, getan: Herbst und Frühling waren einverstanden und so legte sich der Winter aufs Sofa und ließ es sich gut gehen.

Am Ende seines Urlaubs wollte er dann aber doch noch einmal kurz schauen, wie es den Menschen in der Zwischenzeit ergangen war.

Was er da vorfand, waren noch längere Gesichter als je zuvor.
Die Menschen klagten, dass es gar nicht richtig kalt geworden sei und dass es keinen Schnee gegeben habe. Der Winter sei einfach ausgefallen in diesem Jahr!
Da verstand der Winter die Welt nicht mehr.

Von Tania Konnerth
aus ihrem Buch: Aus der Schatzkiste des Lebens

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