Schwermetalluntersuchungen

Bei einer chronischen Vergiftung nimmt der Organismus über Jahre täglich kleine Mengen der Schwermetalle zu sich. Ein geringer Teil wird sofort wieder ausgeschieden, aber ein Teil wird im Gewebe und in den Organen abgelagert. Jeden Tag kommt eine kleine Menge hinzu und die Belastung wird ständig größer. Erst nach Jahren kann es zu Symptomen durch die Schwermetallanreicherung.

Schwermetalle sind weder im Ultraschall, noch im MRT oder CT zu erkennen. Das  Blutserum enthält nur die aktuellen Schwermetalle der letzten paar Tage. Auch eine Untersuchung der intrazellulären Belastung der roten Blutkörperchen ist nicht ausreichend, da sie nur ca. 4 Monate leben.

Zur Diagnose einer chronischen Belastung mit Schwermetallen ist nur die Untersuchung des Urins vor und nach einer Provokation aussagekräftig.

Bevor eine Schwermetalluntersuchung durchgeführt wird, sollte sichergestellt sein, dass die Nieren gut ausscheiden und die Leber nicht belastet ist. Als Nierenwert eignet sich das Cystatin C und als Leberwert sollte die Cholinesterase (sagt etwas über die Leberleistung aus) im Optimum liegen.

Ablauf der Schwermtalluntersuchung

Am Anfang der Schwermetalluntersuchung steht als Vergleichsgröße eine Abgabe des Urins. Diese Probe wird gekennzeichnet mit „davor“.

Danach erfolgt eine Infusion mit Chelatbildnern. Es sind Stoffe, die Schwermetalle binden. Die Zusammensetzung der Infusion ist individuell, besteht aber immer aus einem Anteil CaNaEDTA und dauert etwa 2 Stunden.

Nach der Infusion sammelt der Patient über 2 Stunden seinen Urin im mitgegebenen Behälter. In dieser Zeit darf nur gereinigtes Wasser getrunken werden, damit das Ergebnis nicht durch aktuell zugeführte Schwermetalle aus der Nahrung verfälscht wird. Aus dem Sammelurinbehälter werden danach 10ml in ein Röhrchen abgefüllt. Diese Probe erhält die Kennzeichnung: „danach“.

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Im Labor werden beide Proben untersucht. Die Metalle, die in der „danach-Probe“ höher sind als in der „davor-Probe“ konnten durch die Chelatbildner mobilisiert werden und stellen somit eine Belastung dar.

Die häufigsten Ergebnisse sind Belastungen durch Blei, Quecksilber, Aluminium und Cadmium.

Die therapeutische Konsequenz sind dann weitere Infusionen mit Chelatbildnern, Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien.